Die Geschichte hinter meinem Tarot-Projekt
Mich fasziniert am Tarot weniger das Wahrsagen als die Symbolsprache. Seit Jahrhunderten erzählen diese Bilder von menschlichen Erfahrungen: Hoffnung, Zweifel, Wandel, Aufbruch oder innerem Wachstum. Jede Karte ist wie eine kleine Geschichte, die immer wieder neu gelesen werden kann. Vielleicht ist es genau das, was mich schon so lange daran begeistert.
Schon seit vielen Jahren träume ich davon, mein eigenes Tarot-Deck zu erschaffen.
Als ich zwölf Jahre alt war, bekam ich mein erstes eigenes Tarot geschenkt – das Madonni-Tarot. Ich war sofort fasziniert von den verträumten Illustrationen und der geheimnisvollen Welt, die sich hinter jeder Karte verbarg. Damals konnte ich noch nicht ahnen, dass mich dieser erste Eindruck viele Jahrzehnte begleiten würde.
Immer wieder kam der Gedanke zurück, selbst einmal ein Tarot zu gestalten. Doch ich wusste lange nicht, wie mein eigener Zugang dazu aussehen könnte.
Denn eines war mir von Anfang an klar: Ich wollte keine bestehenden Karten einfach neu illustrieren.
Die klassischen Tarotkarten besitzen eine jahrhundertealte Symbolik. Viele ihrer Motive – vom Mond über die Sonne bis hin zu Tieren, Pflanzen oder Landschaften – folgen einem festen Kanon und werden seit Generationen immer wieder aufgegriffen. Diese Tradition fasziniert mich und ich empfinde großen Respekt vor ihr. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass ich meinen eigenen Weg finden musste.
Dieser Weg begann völlig unerwartet.
Eigentlich arbeitete ich an einer freien Illustration. Ohne an Tarot zu denken, entstand ein Bild mit einem leuchtenden Mond, einer weißen Katze, Nebel und geheimnisvollen Landschaften. Erst als das Gemälde fertig vor mir lag und ich es immer wieder betrachtete, begann ich zu erkennen, was dort entstanden war.

Die Symbole, die ich scheinbar ganz intuitiv gemalt hatte, fügten sich plötzlich zu einer Geschichte zusammen.
Die Katze.
Der Mond.
Der Nebel.
Der Strudel von Sternen im Innern des Mondes - ein Bild, das eigentlich nicht sein kann.
Illusion und Täuschung aber auch ein Weg, den die Intuition dir weist und den der Verstand noch nicht erklären kann.
Auf einmal war es ganz eindeutig.
Ich hielt nicht einfach eine Illustration in den Händen.
Ich hielt meine erste Tarotkarte.
Es war ein besonderer Moment weil die Karte ihren Weg zu mir gefunden hatte.
Seit diesem Tag entwickelt sich mein Tarot-Projekt auf diese Weise weiter.
Jede Karte beginnt als eigenständiges Gemälde. Ich male zunächst intuitiv und lasse Raum dafür, dass sich Farben, Figuren und Symbole entwickeln dürfen. Erst anschließend beginnt für mich die eigentliche Entdeckungsreise: Welche Geschichte erzählt dieses Bild? Welche archetypischen Themen trägt es bereits in sich? Und welcher Karte der Großen Arkana entspricht es?
Natürlich orientiere ich mich dabei an den klassischen Bedeutungen der Tarotkarten. Sie bilden ein wunderbares Fundament und verbinden mein Projekt mit einer jahrhundertealten Tradition.
Gleichzeitig nehme ich mir die Freiheit, diese Themen in meiner eigenen Bildsprache zu erzählen.
Mich interessiert weniger, jede historische Symbolik exakt zu übernehmen. Viel spannender finde ich die Frage, wie sich dieselben Themen durch meine eigenen Erfahrungen, meine Naturverbundenheit und meine Art zu malen ausdrücken lassen. So entstehen Karten, die den Geist des klassischen Tarots bewahren und gleichzeitig ihre ganz eigene Geschichte erzählen.
Genau darin liegt für mich der besondere Reiz dieses Projekts.
Jede Karte darf wachsen. Jede entwickelt ihre eigene Persönlichkeit. Manche Symbole zeigen ihre Bedeutung erst während des Malprozesses, andere erschließen sich mir erst lange nachdem das Bild bereits fertig ist.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum sich dieses Projekt so lebendig anfühlt.
Es fühlt sich nicht so an, als würde ich ein Tarot illustrieren.
Es fühlt sich an, als würde ich ihm nach und nach begegnen.
Aus jedem Originalgemälde entsteht anschließend eine hochwertige Tarot-Postkarte mit Goldfolienprägung. Langfristig soll daraus Karte für Karte ein vollständiges Tarot-Deck wachsen. Ohne Eile. Ohne festen Zeitplan. Jede neue Karte soll erst dann entstehen, wenn ihre Geschichte bereit ist, erzählt zu werden.
Ich freue mich sehr, Dich auf dieser Reise mitzunehmen.
Den Anfang macht The Moon – die Karte, mit der alles begann. In den nächsten Artikeln möchte ich ihre Symbolik genauer vorstellen und zeigen, wie aus einem handgemalten Bild schließlich eine fertige Tarotkarte wurde.
Denn jede Karte erzählt eine Geschichte.
Und jede Geschichte beginnt mit einem Gemälde.